Ein uralter, ungebrochener Stolz brennt in ihrer Brust, älter als der Lehm, aus dem die Menschen geformt wurden. Sie betrachten die sterbliche Welt oft als flüchtigen, lästigen Traum, aus dem sie Profit schlagen wollen.
Das verborgene Wesen: Motivation, Gefühle & Gedanken
Ein Dschinn strebt in erster Linie nach Freiheit und unangefochtener Herrschaft über sein Gebiet. Der Drang, sich von niemandem binden zu lassen, steuert jeden ihrer Gedanken. Werden sie doch von einem Meister gezwungen, kocht ein kalter, jahrhundertelanger Hass in ihnen. Sie sind mit einem messerscharfen Verstand gesegnet und legen große Geduld an den Tag, wenn es darum geht, Rachepläne zu flechten. Gnade ist für sie ein Fremdwort, erdacht von schwachen Lehmwesen. Wer sie respektiert, darf auf einen Funken Güte hoffen, doch wer sie herausfordert, spürt ihre ganze Grausamkeit.
Die Beziehung zu anderen Lebewesen
Für diese Wesen aus Feuer sind Menschen oft kaum mehr als weicher Staub im Wind – schwach, kurzlebig und töricht. Doch die Bande zwischen Lehm und Flamme sind tückisch. Manche Dschinn halten sich Sterbliche als faszinierende Spielzeuge, andere sehen sie als lästiges Ungeziefer in ihrem Revier. Die alten Lieder flüstern von waghalsigen Verbindungen, in denen ein Geist aus Feuer einen Menschen heiratete.
Doch solche Bündnisse enden fast immer in Trauer, da die Flamme das Holz letztlich verzehrt. Anderen magischen Geschöpfen gegenüber treten sie als unangefochtene Herrscher auf. Sie verachten die stumpfen Ghule, die in Gräbern wühlen, dulden sie aber oft als niederes Gefolge. Nur heilige Stätten, an denen die himmlischen Wächter – die Engel – wachen, meiden sie mit finsterem Respekt.
Der Dschinn in seinem Element: Heimat und Gesellschaft
Jenseits der sterblichen Pfade, entrückt in einer Welt, die wie ein flirrender Schatten über der unsrigen liegt, erstreckt sich Dschinnistan. Dieses sagenhafte Geisterreich wird von dem unüberwindbaren Gebirge Qaf aus grünem Smaragd umschlossen.
Doch viele der Feuergeister wandeln unerkannt mitten unter den Lebenden. Ein Dschinn sucht stets die Extreme: Die sengende Hitze der endlosen Sandwüste, die sein eigenes Blut zum Singen bringt, oder die absolute, kühle Stille verlassener Ruinen – wie die verlorenen Säulenhallen von Iram, wo sie heute ungestört in den Schatten der gefallenen Könige tanzen.
In ihrer Gesellschaft herrscht eine unerbittliche, eiserne Rangordnung. Mächtige Sultane halten auf leuchtenden Thronen Hof, führen erbitterte Kriege gegeneinander und feiern wilde Feste, bei denen das magische Feuer in unmöglichen Farben lodert. Wer als bloßer Sterblicher versehentlich in eine solche Versammlung stolpert, dessen Verstand zerbricht meist am Anblick dieser ungezügelten Pracht.
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