Bevor das Feuer entzündet wird, verbrennt der Koch ein Bündel getrockneten Beifuß, um den Ort der Zubereitung zu reinigen. Die Ruhe des Geistes ist hierbei ebenso wichtig wie die Hitze der Glut, denn das Pflanzenfleisch reagiert auf die Emotionen dessen, der es bereitet.
Das Geheimnis der Zubereitung:
Zuerst bereitet die Hand des Koches das Fleisch vor, indem sie es in Stücke schneidet, die so breit wie drei Finger sind. Jedes Stück wird liebevoll mit dem Safranöl eingerieben, bis es im Schein der Flammen wie ein Schatz aus einem Drachenhort funkelt. In einer schweren Pfanne aus Zwergenstahl wird das Fleisch scharf angebraten, während die Wacholderbeeren in der Hitze aufplatzen und ihr harziges Aroma verströmen.
Sobald die Oberfläche eine goldbraune Färbung annimmt, wird das Honigblut darübergegossen. Es beginnt zu zischen und zu schäumen, wobei es sich wie flüssiger Bernstein um das Fleisch legt. Der Koch muss nun die Pfanne vom direkten Feuer nehmen und das Gericht im aufsteigenden Rauch des glimmenden Salbeizweiges ruhen lassen. In dieser Phase findet die magische Hochzeit der Aromen statt: Das Fleisch saugt die Essenz des Rauches auf und versiegelt die Säfte im Inneren der süßen Kruste.
Beilagen und Getränke
Traditionell werden dazu in der Asche geröstete Wurzeln gereicht, die den erdigen Charakter unterstreichen. Als Trank empfiehlt sich ein schwerer, dunkler Met oder ein Tee aus den Blüten der Scythischen Steppe, serviert in Schalen aus poliertem Horn.
Die Kunst des Ersatzes
Wer in den fernen Ländern des Westens weilt und kein Barometz finden kann, nutzt das Fleisch eines großen Kaisergranats für den Geschmack und ein Filet vom Kalb für die Struktur. Man mischt beides geschickt und glasiert es mit Waldhonig, dem ein Tropfen Rosenwasser beigemischt wurde, um die blumige Note des Honigblutes zu imitieren.
Scythisches Barometz in Games, Filmen und Büchern
Die Legende des Pflanzenlamms inspiriert seit Jahrhunderten die Schöpfer fantastischer Welten, da es die perfekte Symbiose aus Naturwunder und kulinarischem Rätsel darstellt.
- In der Welt von »The Witcher« finden sich oft Erwähnungen seltsamer Hybride aus Flora und Fauna, die an die Biologie des Barometz erinnern.
- In modernen Werken wie »Phantastische Tierwesen« wird die Idee von Wesen aufgegriffen, die sich als Pflanzen tarnen oder mit ihnen verschmelzen.
- Das Motiv des Pflanzenlamms findet sich oft in Alchemie-Simulatoren oder als seltene Zutat in Spielen wie »Skyrim« (als Inspiration für seltene Braten) oder in den Werken von Jorge Luis Borges, der das Barometz in seinem »Buch der imaginären Wesen« verewigte.
Einen Kommentar schreiben