Einst im alten China soll es einen Jungen gegeben haben, der gemeinsam mit seiner Mutter in der Provinz Szechuan lebte. Es herrschte eine große Dürre und der Junge hatte den Auftrag täglich frisches Gras für die Pferde des Provinz-Fürsten zu finden. Eines Tages jedoch gab es kein frisches Gras und der Junge wurde traurig und befürchtete kein Geld mehr zu verdienen, denn sein Lohn ernährte ihn und seine Mutter in dieser mageren Zeit.
Ein kleiner weißer Hase tauchte plötzlich auf und der Junge folgte seinem Gehoppel. Plötzlich fand er an einen Platz wieder, der über und übervoll mit frischem, saftigem Gras bewachsen war. Täglich legte der Junge nun eine große Wegstrecke zurück, um das Gras zu pflücken und die Pferde des Fürsten damit zu versorgen.
Die magische leuchtende Perle
Nach einigen Tagen kam ihm die Idee, doch einige Grasbüschel auszugraben und zu Hause anzupflanzen. Beim Graben stieß er auf eine hell leuchtende Perle, die er auch mit nach Hause nahm. Die Grasbüschel pflanzte er ein, doch für die leuchtende Perle suchte er ein passendes Versteck.
Auf die Schnelle fand er nur eine halbleere Reisschale. Am nächsten Tag wollte er nach einem passenderem Versteck suchen. Doch am folgenden Morgen sah er das Gras für die Pferde verdorrt und befürchtete jetzt keinen Lohn mehr zu erhalten, um seine Mutter und sich zu ernähren. Aber dann erblickte er die Reisschale mit der Perle und sah, dass diese überquoll mit frischem Reis. Ab sofort hatten die beiden mehr Reis als sie selber essen konnten und verteilten ihn auch an die hungernden Nachbarn.
Es dauerte nicht lang und der Fürst hörte von der Perle und wollte sie als sein Eigentum von dem Jungen verlangen. Aus Angst nahm der Junge die Perle und schluckte sie herunter. Doch die Perle verursachte eine große Hitze im Bauch des Jungen, sodass dieser sofort einen unaufhörlichen Durst bekam. Er hatte ein unstillbares großes Bedürfnis nach Wasser und lief hinunter an den Fluss. Er schöpfte sich durstig mit beiden Händen das Wasser in den Mund. Doch der Drang nach dem Nass wurde immer stärker und schließlich tauchte er mit dem ganzen Körper in den Fluss. Der Fürst und seine Mannen folgten dem Jungen, um ihm die Perle zu entreißen.
Ein Drache wird geboren
Doch statt des Jungen erhob sich ein goldener Drache aus dem Wasser und erzeugte dabei eine riesige Welle, die den Fürsten und seine Leute einfach wegspülte. Gleichzeitig wurde das ausgetrocknete Land so gründlich gewässert, dass kurze Zeit darauf, ausreichend Reis für alle Bewohner wuchs. Der Drache stieg weit in den Himmel auf und sorgt bis heute für ausreichendes Wasser auf den Feldern.
Manchmal, wenn man genau hinsieht, kann man den Drachen Long gut gelaunt und voller Energie in den Wolken mit seiner leuchtenden Kugel spielen sehen.
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