Der Kappa gehört zur Gattung der Dämonen, wird von den Japanern aus Furcht vor ihm aber manchmal auch als eine Art niedere Gottheit verehrt. Normalerweise hält sich ein Kappa im Süßwasser auf; Flüsse, Seen und Sümpfe sind seine bevorzugten Lebensräume. Der genaue Ursprung des Kappa ist nicht bekannt – plötzlich war er da und treibt seitdem vor allem in Japan sein Unwesen.
Der makabre Appetit des Kappa
Vom Wasser aus zieht er alles Lebendige ans Ufer, was er nur in die Finger bekommen kann, denn ein Kappa ist permanent hungrig. Dank seiner unheimlichen Kenntnisse der menschlichen Anatomie saugt er seinen Opfern nicht einfach nur das Blut aus den Adern. Er greift mit seinen Armen in den Anus seines Opfers, um dort zunächst ein mysteriöses Organ namens Shirikodama zu entfernen. In der heutigen Medizin ist dieses Organ unbekannt, doch der Kappa benötigt diesen Schritt, um an die Leber zu gelangen. Nachdem er auf diesem Weg weitere Organe herausgezogen hat, spitzt er seinen Schnabel und saugt aus derselben Öffnung das Blut des Opfers.
Höflichkeit als Waffe: So besiegst du einen Kappa
Besonders gerne krabbelt der Kappa in der späten Nachmittagssonne an Land. Trifft er dort auf Menschen, geht er vor dem Verspeisen am liebsten seinem Hobby nach: dem Sumo-Ringen. Er fordert den Menschen zum Zweikampf heraus. Solange seine Kopfmulde mit Wasser gefüllt ist, scheint der Kappa unbesiegbar.
Doch wer sich mit den japanischen Sitten auskennt, kann dies zu seinem Vorteil nutzen: Verbeugt man sich tief vor dem Kappa, wird der ebenso höfliche Dämon die Verbeugung erwidern – und dabei unweigerlich sein magisches Wasser verschütten. Schlagartig wird er kraftlos, verliert seine magischen Fähigkeiten und erstarrt für einige Minuten. Diese Zeit sollte man nutzen, um schnell das Weite zu suchen.
Auch wenn der Kappa nicht direkt zum Ringkampf auffordert, ist es ratsam, ihn irgendwie dazu zu bringen, seinen Kopf zu neigen. Man kann so tun, als würde man auf dem Boden etwas suchen oder einfach nur mit dem Kopf wackeln. Der Kappa ist oft einfältig genug, um auf solche Spiele und Herausforderungen einzugehen.
Die Gurken-List: Wie du einen Kappa bestichst
Eine andere Möglichkeit, sich vor einem Kappa zu schützen, sind Gurken! Der Wassergeist liebt sie abgöttisch. Seine Streifzüge übers Land führen ihn oft zu Gurkenfeldern, wo er wie eine wilde Hyäne über die Ernte herfällt. Trifft man also auf einen Kappa, sollte man unbedingt eine »vorbehandelte« Gurke bei sich tragen.
Vorbehandelt bedeutet, dass man seinen eigenen Namen in die Schale ritzt. Der Kappa erkennt diese freundliche Geste an und verschont diesen Menschen, da er ihn nun mit Namen kennt. Es ist sogar möglich, dass er aus Dankbarkeit für die Gurke etwas von seinem enormen Wissen über Heilkräuter oder Anatomie verrät. Aus diesem Grund ist es natürlich auch eine sehr schlechte Idee, nach dem Verzehr einer Gurke schwimmen zu gehen. Der Kappa würde einen sofort aufspüren und mitsamt der Gurkenreste im Magen verspeisen.
Was Kappas gar nicht mögen: Ingwer, Eisen und Spucke
Wer es nicht so mit der Höflichkeit hat oder keine Gurke zur Hand hat, kann auf andere Mittel zurückgreifen. Ingwer, Sesam, Eisen, Flaschenkürbisse und sogar Spucke soll der Kappa zutiefst verabscheuen. Wenn er diese Dinge riecht oder sieht, sucht er meist schnell das Weite.
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