Ein schnelles und tödliches Tier, doch kein weltenverschlingendes Ungeheuer. Ihr doppeltes Gift zerfrisst Fleisch in Sekunden, und ihre Allsichtigkeit macht eine Flucht nahezu unmöglich.
Ihr Körper gleicht einem dicken, muskulösen Tau, gehüllt in Schuppen, die das fahle Licht der Wüstensonne einfangen und wie zersprungener Bernstein leuchten. Sie besitzen oft eine raue, fast steinerne Textur, die den Leib perfekt im Wüstensand tarnt. Das Ungeheuerliche offenbart sich an den Enden: Wo andere Geschöpfe einen spitz zulaufenden Schwanz besitzen, wächst aus der Amphisbaena ein zweiter, vollkommen identischer Kopf. Aus vier schmalen Nüstern stößt sie heißen Atem aus, während vier gelblich glimmende Augen unablässig die Umgebung durchbohren. Die Fangzähne in beiden Mäulern triefen vor einem milchigen Gift, das den Wüstensand beim Herabtropfen leise zischen lässt.
Manche alte Schriften berichten von ledrigen Flügeln auf dem Rücken und kleinen, vogelartigen Krallen, die sich tief in den Fels graben.
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