Eine Harpyie mit dem Oberkörper einer alten Frau und den Flügeln und Klauen eines Raubvogels fliegt mit aufgerissenem Schnabel und leuchtenden Augen direkt auf den Betrachter zu. Ihre grauen Flügel sind weit ausgebreitet vor einem dramatischen Sonnenunter
Jägerinnen, die niemals satt werden

Harpyie: Die geflügelten Schatten des Zorns

Ein blauer, wolkenloser Himmel wölbt sich über das weite Meer, und eine trügerische Stille liegt über den Klippen. Plötzlich zerreißt ein grelles Kreischen die warme Luft, während dunkle Schatten wie fallende Steine aus der Sonne stürzen. Die Harpyie schlägt zu – ein Wesen mit dem Rumpf eines mächtigen Geiers und dem blassen Antlitz einer Frau, hässlich und von unstillbarem Hunger getrieben. Wer ihre Beute ist, entscheidet nicht das blinde Pech, sondern der Zorn der himmlischen Herrscher, deren Strafen diese Kreaturen als schnelle Winde vollstrecken.

Steckbrief: Harpyien

Das Wichtigste über die Harpyien auf einen Blick:

Kategorie
Mischwesen (Hybrid), Sturmdämon, Rachegeist
Element
Luft, Sturmwind
Mythologie / Legende
Griechische Mythologie
Abstammung / Ursprung
Töchter des Meeresgottes Thaumas und der Ozeanide Elektra. Sie entstammen der Verbindung von Meeresschaum und Sturmwolken.
Lebensraum
Klippen am Eingang zur Unterwelt (Hades), Wolken, weite Meeresküsten
Verbreitungsgebiet
Griechenland, Mittelmeerraum, Ägäis, die Strophaden (Inselgruppe im Ionischen Meer), Kreta
Typischer Aufenthaltsort
Hohe Felsennester, Ruinen oder dunkle Wolkenbänke
Äußere Erscheinung
Körper eines Geiers oder großen Raubvogels, Kopf und Brust einer hageren, oft hässlichen Frau, scharfe Bronzekrallen
Charakter
Rasend, wild, jähzornig, unerbittlich, gierig
Besonderheit
Schneller als jeder Sturm, Verderben von Speisen, unfehlbare Verfolgung aus der Luft
Lebenserwartung
Unsterblich
Seinsform
Göttliche Dienerinnen, fleischgewordene Sturmböen
Symbolik
Plötzliches Verderben, rasche Strafe, unbändige Naturgewalt, Gier
Andere Namen / Synonyme
Die Hunde des Zeus, Raubwinde, Harpyiai

Vorboten

Ein plötzlicher, eiskalter Fallwind bei strahlendem Sonnenschein, gefolgt von einem durchdringenden Geruch nach Fäulnis und einem spitzen Kreischen.

70%

Bedrohung

Für einzelne Wanderer tödlich, für Armeen lästig – ihre wahre Macht liegt in der psychischen Zermürbung durch Hunger und Lärm

2 / 10

Beute & Gaben

Ihr Fleisch ist wertlos und giftig, doch dunkle Alchemisten zahlen teures Gold für ihre ätzende Magensäure

Eigenschaften der Harpyien

Ein Sturm aus Schmutz, Federn und unstillbarem Zorn

Wie sieht eine Harpyie aus?

Eine Harpyie aus der Nähe betrachtet, bietet ein Bild des puren Grauens. Sie ist kein edles Fabelwesen wie der Greif, sondern eine Ausgeburt des Schmutzes. Ihr Körper gleicht dem eines riesigen Aasgeiers, bedeckt mit struppigem, oft verklebtem Gefieder, das von Aschgrau bis zu einem schmutzigen Schwarz reicht.

Doch der wahre Schreck sitzt auf dem Hals: Das Gesicht einer Frau, fahl und ausgezehrt, als hätte sie seit Jahrhunderten nicht geschlafen. Ihre Augen brennen vor Gier, die Lippen sind oft zurückgezogen und entblößen spitze Zähne. Ihre Hände und Füße enden in krummen, metallharten Krallen, die Fleisch wie nasses Pergament zerreißen. Sie trägt keine Kleidung, keine Artefakte, nur den Schmutz ihrer letzten Mahlzeit.

Lebensweise und Verhalten

Die Harpyie kennt keine Ruhe. Sie ist ständig in Bewegung, getrieben von einem inneren Sturm. Sie jagt selten allein, sondern fast immer im Schwarm, der in alten Schriften oft als »Qual« bezeichnet wird. Ihr Angriff ist kein ehrenhafter Kampf, sondern ein heimtückischer Überfall: Sie stürzen aus der Sonne herab, greifen Nahrung oder Wertgegenstände und verschwinden wieder in den Wolken, noch bevor das Opfer die Waffe ziehen kann.

Was sie nicht stehlen können, besudeln sie. Sie lassen ihren Unrat auf die Teller fallen und verpesten die Luft, sodass niemand mehr atmen oder essen mag. Sie sind die ultimativen Peiniger der Antike, Dienerinnen, die den Willen von Zeus vollstrecken, indem sie Sündern das Leben unerträglich machen.

Magische Fähigkeiten und besondere Kräfte

Die Harpyie ist eine lebendig gewordene Gewalt der Natur. Ihre Macht speist sich direkt aus dem Element des Sturms.

  • Schneller als der Tod: Ihr Tempo bricht alle natürlichen Gesetze. Es heißt, eine Harpyie sei schneller als ein abgeschossener Pfeil. Für das menschliche Auge sind sie im Angriff oft unsichtbar – man spürt nur den Luftzug, bevor die Klauen treffen.
  • Herrinnen der Winde: Sie nutzen den Wind nicht nur zum Fliegen, sie beherrschen ihn. Ihr Erscheinen kündigt sich oft durch orkanartige Böen oder unnatürliche Wetterumschwünge an. Ein ganzer Schwarm kann Wirbelstürme entfesseln, die massive Schiffe zum Kentern bringen.
  • Die Waffe des Gestanks: Ihr wohl widerlichstes Attribut ist ihr Geruch. Es ist ein magischer Fäulnisgestank, der alles durchdringt. Was sie berühren, fängt augenblicklich an zu faulen. Dieser Ekel ist so intensiv, dass er selbst tapfere Krieger würgen und orientierungslos zu Boden stürzen lässt.
  • Häscher der Seelen: Alte Legenden flüstern von einer noch dunkleren Gefahr. Ihre Klauen reißen nicht nur ausgewachsene Männer in die Wolken; sie sind fähig, die ungeschützten Seelen der Sterblichen zu rauben und sie tief in das Reich der Schatten zu verschleppen.

Schwächen und Schutzmaßnahmen

Gegen den Wind zu kämpfen, ist schwer, aber nicht unmöglich.

  • Der Lärm des Erzes: Seltsamerweise hassen Harpyien den Klang von geschlagenem Blech, Bronzebecken oder bestimmten Kriegshörnern, die ihren eigenen, grellen Schrei übertönen und sie verwirren.
  • Geknüpfte Netze: Da sie vollkommen auf ihre unmenschliche Geschwindigkeit setzen, ist ihre größte Schwachstelle der Verlust der Bewegungsfreiheit. Ein schweres, gezielt geworfenes Netz macht sie schlagartig hilflos.
  • Die Söhne des Nordwinds: In den Legenden fürchten sie nur jene, die schneller sind als sie. Wer mächtige Verbündete der Lüfte anruft – wie die geflügelten Boreaden –, kann den Schwarm vertreiben.

Charakter & Kultur: Die Welt der Harpyie

Ein ewiger, brennender Hunger wütet in ihren Eingeweiden. Jeder Windstoß ist ein Schrei nach Beute, jede Böe ein unstillbares Verlangen, das niemals Befriedigung findet.

Das verborgene Wesen: Motivation, Gefühle & Gedanken

Eine Harpyie zu sein, ist kein Segen, sondern eine ständige Pein. Sie sind getrieben von einem Instinkt, der stärker ist als jeder Verstand: Nehmen. Sie raffen Essen zusammen, das sie oft gar nicht in Ruhe verzehren können, weil ihre eigenen Schwestern es ihnen sofort wieder neiden. Sie sind intelligent genug, um tiefe Bosheit zu empfinden und grausame Strategien zu planen, aber zu triebgesteuert, um Bauwerke zu errichten oder eine Zivilisation zu gründen.

Für sie sind Menschen, Elfen oder Zwerge nur wandelnde Futterspender oder hilflose Ziele für ihren Spott. Sie lachen oft, während sie angreifen – ein hohles, meckerndes Geräusch, das offenbart, wie sehr sie das Leid anderer genießen.

Die Beziehung zu anderen Lebewesen

Freunde hat die Harpyie nicht. Selbst untereinander herrscht in der »Qual« ständiger Zank. Jedes Stück Fleisch wird blutig verteidigt, jede Schwäche gnadenlos ausgenutzt. Andere fliegende Wesen meiden ihr Revier weiträumig. Der goldene Greif würde sie in der Luft zerreißen, doch meist ist er zu stolz, um sich mit dem stinkenden Schwarm abzugeben. Uralte Drachen ignorieren sie wie lästige Fliegen. Nur mit Herrschern der Unterwelt oder dunklen Hexenzirkeln gehen sie selten Zweckbündnisse ein, wenn im Gegenzug wehrlose und reiche Beute versprochen wird.

Die Harpyie in ihrem Element: Heimat und Gesellschaft

Ihr Zuhause spiegelt ihre finstere Seele wider: kahle Felsinseln, auf denen kein Grashalm wächst, weil ihr ätzender Unrat den Boden längst vergiftet hat. Es gibt in ihren Kolonien keine Königin im eigentlichen Sinne, nur die Stärkste und Lauteste, die sich die besten Brocken sichert. Doch trotz des ständigen Zanks halten sie eisern zusammen, wenn ein Eindringling ihr Revier betritt. Dann erhebt sich der ganze Schwarm als eine einzige, kreischende Wolke aus Federn und Krallen, um den Feind in Stücke zu reißen.

Die Strophaden – Das Exil der Umkehr

Ihre wahre Heimat sind die Strophaden im Ionischen Meer, zwei winzige, felsige Eilande, die erfahrene Seeleute meiden wie das sichere Verderben. Der Name »Inseln der Umkehr« ist eine Warnung aus alter Zeit: Hier endete die Jagd der Helden, hier wendeten sie ihre Schwingen und ließen die Monster am Leben, weil die Götter es befahlen. Für die Harpyien sind diese Inseln kein Paradies, sondern ein endloses, offenes Gefängnis. Wer hier landet – sei es durch Schiffbruch oder blinde Neugier –, hat die Grenze zur zivilisierten Welt überschritten. Es ist ein Ort, an dem Sterbliche nichts zu suchen haben und von dem es oft keine eigene Umkehr mehr gibt.

Plot für Abenteurer

Begegnungen und Szenarien

Wer unter offenem Himmel reist, sucht Schutz vor dem peitschenden Regen, doch das wahre Verderben schießt an wolkenlosen Tagen blendend aus der Sonne herab.

Der Schrei in der Mittagssonne

Eine kleine Flotte von Fischerbooten hat nach Tagen endlich einen gewaltigen Fang gemacht, die Netze sind schwer, die Stimmung fröhlich. Doch der Wind legt sich schlagartig. Ein eiskalter Schatten gleitet über die Planken. Mit einem ohrenbetäubenden Gekreische stürzen drei Harpyien aus den Wolken. Sie wollen nicht das Holz zerschmettern, sondern die Fische rauben und den Rest mit ihrem üblen Geruch ungenießbar machen. Die Fischer müssen zu den Messern greifen, um ihre zähen, fedrigen Leiber abzuwehren, die Netze rechtzeitig zu kappen und den Gestank zu überleben, um ihr Dorf am Ufer vor dem nahenden Schwarm zu warnen.

Die hungernde Insel

Ein weiser Seher hat sich das Missfallen der himmlischen Mächte zugezogen und wurde auf eine kahle Felseninsel verbannt. Eine Gruppe von Reisenden braucht zwingend seinen Rat, um ein Königreich zu retten. Doch der alte Mann stirbt langsam vor ihren Augen, denn jedes Mal, wenn jemand eine Schale mit Essen zu ihm trägt, fallen die reißenden Harpyien vom Himmel und reißen ihm die Speise aus den Händen. Die Reisenden müssen einen Weg finden, das Festmahl vor den blitzschnellen Schwingen zu verbergen oder die Biester im Kampf lange genug zu binden, damit der Seher den letzten, entscheidenden Prophezeiungssatz sprechen kann.

Das fallende Omen

In einer wohlhabenden Küstenstadt mehren sich unheilvolle Zeichen. Frisches Brot auf den Tischen der Bäcker überzieht sich binnen Sekunden mit grünem Schimmel, Krüge voller Wein kippen um und stinken nach Essig. Immer wieder fallen zerfetzte Möwen vom Himmel auf die Pflastersteine. Bevor die Stadt vor Panik und Hunger zerbricht, muss jemand die verborgenen Nester der Harpyien in den Klippen ausräuchern und ein altes, vergessenes Heiligtum des Windgottes säubern, um den Fluch abzuwenden.

Ursprung & Legenden: Die Geschichte der Harpyien

Jeder rasche Windstoß, der einem Wanderer unvermittelt den Hut vom Kopf reißt, trägt noch immer die rohe Essenz der alten Erzählungen in sich. Es heißt, sie waren einst strahlende Geschöpfe, gesegnet mit Schwingen, um rasche Nachrichten zu tragen, doch der Zorn der Himmel ließ sie tief fallen.

Die Sage: Der Fluch des blinden Königs

Die berühmteste Geschichte erzählt vom König Phineus aus Thrakien. Er war ein weiser Seher, doch er verriet den Sterblichen zu viele Geheimnisse. Zur Strafe blendete ihn Zeus und schickte seine geflügelten Hunde. Jedes Mal, wenn sich der alte Mann zum Essen setzte, stürzten die Wesen herab, rissen ihm das Mahl aus der Hand und beschmutzten den kläglichen Rest, sodass er fürchterlich stank und ungenießbar war. Erst als die Argonauten mit ihrem Schiff anlegten, kam Rettung. Die geflügelten Helden Boreaden jagten die Bestien bis über das weite Meer, bis die Götterboten einschritten und dem Spuk auf den Strophaden ein Ende setzten.

Ursprung & Mythologie: Wenn der Wind Gesichter bekommt

In der Griechischen Antike waren diese Wesen nicht von Beginn an hässliche Ungeheuer. Der Ursprung der Harpyie liegt tief in der griechischen Theogonie (Hesiod). Ihre wahre Mutter war die Ozeanide Elektra, eine Nymphe der strahlenden Gewitterwolken. Dass sie lebendige Naturgewalten sind, verraten schon ihre uralten Namen: Aello ist der tosende »Sturmwind«, Okypete die unaufhaltsame »Schnellfliegende« und Kelaino die »Dunkle«, schwarz wie eine drohende Gewitterfront. Sie waren keine einfachen Tiere, sondern das ungezähmte Wetter selbst. Dass sie später oft als grausame Rachegeister wahrgenommen wurden, liegt an ihrer Funktion als ausführende Gewalt des Himmels – wie ein Blitz, der herabfährt, um gnadenlos zu strafen.

Erst spätere Dichter gaben ihnen die hässliche Gestalt von krallenbewehrten Vogel-Frauen, um den abstrakten Horror vor dem zerstörerischen Sturm greifbarer zu machen.

Symbolische Bedeutung: Das schlechte Gewissen

Die Harpyie ist das ewige Symbol für Schuld, die einen nicht loslässt. Wie das schlechte Gewissen kommt sie unerwartet, lässt einem keine Ruhe und vergiftet jeden Genuss. Sie steht auch für die blinde Gier, die sich letztlich selbst verzehrt – Wesen, die fortwährend alles an sich reißen, aber niemals satt werden, sind das vollkommene Spiegelbild für maßlose Selbstsucht.

Geheimnisse und Kurioses

  • Harpyie vs. Sirene – Der große Irrtum: Es ist der häufigste und oft tödlichste Fehler, den unerfahrene Abenteurer begehen: Sie verwechseln Harpyien mit Sirenen. Die Sirene lockt mit wunderschönem Gesang, sitzt auf Felsen in der Brandung und will das Schiff zerschellen lassen; sie ist die süße Verführung. Die Harpyie hingegen kreischt hässlich, stürzt aus den Wolken herab und will die Lebensgrundlage rauben; sie ist der blanke Ekel. Merke: Wenn es singt, lauert eine Sirene. Wenn dir der widerliche Gestank von Fäulnis entgegenschlägt, kreist eine Harpyie.
  • Das Rätsel des Magens: Alte Gelehrte der Alchemie wundern sich seit Jahrhunderten über das Innere dieser Kreaturen. Es scheint ein unnatürliches Feuer in ihren Mägen zu brennen, das selbst härteste Knochen und verfaultes Aas in reine Kraft umwandelt, ohne dass das Wesen daran zugrunde geht. Dunkle Magier zahlen oft astronomische Summen für die Magensäure einer Harpyie, da dieser ätzende Saft angeblich die stärksten Schlösser aus Eisen wegschmelzen kann.

Harpyien in Games, Filmen und Büchern

In den alten Mythen waren sie göttliche Vollstrecker und Personifikationen mächtiger Stürme, doch heute sind sie in den Welten der Spiele und Medien oft zu bloßen, herdenartigen Ungeheuern der Lüfte herabgestuft worden, die Abenteurern das Leben schwer machen.

  • The Witcher: In den Spielen streifen sie als gefährliche, fast affenähnliche Aasfresser durch Schluchten und Gebirge. Der Fokus liegt hier ganz auf ihrem unbändigen Hunger und ihrer diebischen Natur.
  • Dungeons & Dragons: Als typische Begegnung für niedrig- und mittelstufige Abenteurer bewachen sie Klippen. Sie gelten als böse, listige Räuberinnen, bei denen der Bezug zum Windgeist fast völlig der Monster-Rolle gewichen ist.
  • Percy Jackson: In Buch und Film greifen sie die Helden oft als Diener der Unterwelt an, womit die klassische griechische Darstellung stark mit dem Bild dämonischer Schergen vermischt wird.

Häufig gestellte Fragen zu den Harpyien

Sind Harpyien immer weiblich?

Ja, in allen klassischen Sagen sind sie ausschließlich weibliche Wesen. Es gibt keine männlichen Gegenstücke; sie entspringen uralten Blutlinien der Meeresgötter oder vermehren sich über verborgene, unheilige Gelege in den tiefsten Felsspalten.

Können Harpyien sprechen?

Ja, aber sie nutzen ihre schrillen Stimmen meist nur für finstere Beleidigungen, beißenden Spott und zänkisches Geschrei. Sie verstehen die Worte der Sterblichen sehr wohl, lassen sich aber so gut wie niemals auf ehrliche Verhandlungen ein.

Warum stinken Harpyien so sehr?

Dies ist Teil ihrer grausamen Natur und gleichzeitig ihre stärkste Waffe. Der Gestank ist so penetrant, dass er Opfer lähmen oder völlig orientierungslos machen kann. Es ist ein unnatürlicher Fäulnisgeruch, der sich weder auswaschen noch mit Kräutern übertünchen lässt.

Was fressen sie am liebsten?

Alles, was anderen gehört. Ihr Hunger entspringt einem tiefen Fluch der Seele, keinem gewöhnlichen Bedürfnis. Ein gestohlenes Stück trockenes Brot schmeckt ihnen besser als ein selbst erjagtes Reh, weil erst der Akt des grausamen Raubes ihren unstillbaren Trieb für einen flüchtigen Moment beruhigt.

Informationen und Quellen zu den Harpyien

Mythologische Quellen & Fußnoten

Griechische Antike (Hesiod & Homer):

In Hesiods Theogonie tauchen diese Wesen zunächst als schnelle, »wohlhaarige« Schwestern der Götterbotin Iris auf, die mühelos mit den Stürmen um die Wette fliegen (Aello und Okypete). Bei Homer (in der Odyssee) treten sie bereits als personifizierte, unsichtbare Sturmwinde in Erscheinung, die Menschen spurlos verschwinden lassen können.

Griechische Sagenwelt (Apollonios von Rhodos):

Die endgültige Wandlung zum hässlichen Ungeheuer geschah im Epos der Argonauten (Argonautika). Hier werden sie als schmutzige, gefräßige Bestien beschrieben, die den blinden König Phineus im Auftrag der Götter peinigen, indem sie ihm seine Mahlzeiten entreißen.

Römische Dichtung (Vergil):

Der römische Dichter Vergil festigte in seinem Epos Aeneis das Bild der vogelartigen Schreckgestalten mit mädchenhaftem Antlitz. Er verortete sie fest auf den Strophaden, wo sie den Helden Aeneas und seine Flotte mit ihrem Unrat und Geschrei attackieren.

Odyssee

In der Odyssee (insb. 20. Gesang, 66-78) werden die Harpyien als personifizierte "Sturmwinde" dargestellt, die Menschen rauben und spurlos verschwinden lassen.

Projekt Gutenberg - Homer, Odyssee

Argonautika

Dies ist die ausführlichste Quelle zur bekanntesten Episode des Mythos: die Bestrafung des Sehers Phineus, dem die Harpyien das Essen stehlen und verunreinigen, bis sie von den Argonauten vertrieben werden.

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Theogonie

Hesiod liefert in den Versen 265-269 die erste genealogische Einordnung der Harpyien als Töchter des Thaumas und der Elektra und beschreibt sie als schnell geflügelte Wesen.

Gottwein.de - Hesiod, Theogonie

Aeneis

Im 3. Buch der Aeneis beschreibt Vergil die Begegnung des Aeneas mit den Harpyien auf den Strophaden. Hier werden sie endgültig als abscheuliche, monströse Kreaturen mit Jungfrauengesichtern und Vogelkörpern etabliert.

Projekt Gutenberg - Vergil, Aeneis

Fabulae

Hyginus bietet eine komprimierte, lexikonartige Zusammenfassung der griechischen Mythen, einschließlich der Phineus-Episode (Fabula 19), und ist eine wichtige Quelle für die römische Rezeption.

The Latin Library - Hyginus, Fabulae

Harpyie (Mythologie)

Der Artikel bietet einen gut strukturierten Überblick über die mythologische Entwicklung der Harpyien und listet die relevanten Primärquellen mit den entsprechenden Textstellen auf.

Wikipedia - Harpyie (Mythologie)

Harpy

Als renommierte internationale Enzyklopädie liefert Britannica eine verlässliche und wissenschaftlich fundierte Zusammenfassung des Themas.

Encyclopaedia Britannica - Harpy

Harpyiai

Eine ausgezeichnete englischsprachige Online-Datenbank, die Originalzitate aus antiken griechischen und römischen Texten zu mythologischen Figuren sammelt und übersetzt. Sie ist ideal, um die Primärquellen direkt nachzuschlagen.

Theoi Project - Harpyiai

Aktualisiert am: 08.04.2026

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