Die Vorstellung von den Toten, die in unsere Welt zurückkehren, ist keine neue Erfindung. In den Mythen und Legenden fast aller Kulturen tauchen Wesen auf, die wir heute als Untote bezeichnen würden. Die Furcht davor, dass Verstorbene als ruhelose Geister oder gar körperliche Wiedergänger ihre Hinterbliebenen heimsuchen, war tief in den Menschen verwurzelt. Um dies zu verhindern, wurden über Jahrhunderte verschiedenste Totenrituale entwickelt.
Die uralte Angst vor den Wiedergängern
So hielt man oft mehrere Tage lang eine Totenwache – nicht selten mit einem Knüppel in der Hand. Sollte der Verstorbene sich regen, musste der Wächter schnell und beherzt zuschlagen. Manche Leichen wurden sogar gefesselt oder mit einem Holzpflock im Herzen beerdigt, um eine Rückkehr unmöglich zu machen.
Natürlich werden diese Methoden heute nicht mehr angewendet. Schließlich weiß man ja durch die vielen Filme genau, wie Zombies entstehen und wie man sie bekämpfen kann.
Der Ursprung im Voodoo: Gift, das zu Sklaven macht
Die direkten Wurzeln des Wortes »Zombie« finden sich in der karibischen Voodoo-Religion. Dort kennen Priester und Priesterinnen die Wirkung eines bestimmten Giftpulvers, das aus verschiedenen natürlichen Zutaten hergestellt wird. Vermischt mit einem Juckpulver, wird es dem Opfer auf die Haut gepustet. Durch das Kratzen gelangt das Gift in den Blutkreislauf und löst einen todesähnlichen Zustand aus, der das Opfer lähmt und geistig außer Kraft setzt.
Nach einigen Tagen wird dem Schein-Toten ein Gegenmittel verabreicht, das die Lähmung teilweise aufhebt und die Hirntätigkeit auf ein Minimum reaktiviert. Während dieses Erweckungsrituals kann es durchaus geschehen, dass die zukünftigen Zombies zusätzlich verprügelt werden, um ihren Willen zu brechen und ihnen klarzumachen, wer von nun an ihr Meister ist. Berichten zufolge wurde diese Methode früher bei Verbrechern angewendet, um sie anschließend als willenlose Arbeitskräfte zu versklaven.
Von der schwarzen Magie zum modernen Horror
Während die Voodoo-Praktik noch einem grausamen Zweck diente, wurde die Idee der Willenlosmachung schnell von finstereren Mächten aufgegriffen. Schwarzmagier, Hexen und Dämonen perfektionierten die Erschaffung von Sklaven ohne eigenen Willen – ähnlich dem Golem. Allerdings wird hierbei kein Lehm verwendet, sondern Magie, Zauberformeln und Gift oder Blut. Ihre Techniken sind so weit verfeinert, dass sie nicht nur Lebende unterwerfen, sondern auch Verstorbene wiedererwecken können – Leichen, die sie oft selbst für diesen Zweck töten.
Diese Art von Zombie ist heute am bekanntesten. Sie wandeln unbeirrbar mit langsamen, schleppenden Schritten ihrem befohlenen Ziel entgegen. Ihr einziger Antrieb ist die Gier nach Menschenfleisch, was sie zu einer schrecklichen Plage macht. Eine Unterhaltung ist mit diesen Wesen kaum möglich, da sie – wenn überhaupt – nur undeutliche und kaum verständliche Laute von sich geben. Um diesen Zombie endgültig aufzuhalten, gibt es meist nur einen Weg: die Zerstörung des Gehirns.
Einen Kommentar schreiben