Der Glaube an Dämonen ist uralt und tief in den Sagenwelten der Menschheit verwurzelt. Doch anders als heute waren diese Wesen nicht von Anfang an nur böse. Sie galten als Vermittler zwischen der Sphäre der Götter und der Welt der Menschen, und oft wurde ihnen sogar ein göttlicher Funke zugestanden.
Vom Schutzgeist zum Höllendiener: Der Wandel des Dämonen
In diesen alten Zeiten gab es gute Dämonen, die für Schutz und Erhaltung sorgten – ganz ähnlich den späteren Schutzengeln. Ihnen gegenüber standen jene, die mit Dunkelheit und Zerstörung verbunden waren. Ein perfektes Beispiel ist der »Daimon« der alten Griechen: ein persönlicher Geist oder eine Schicksalsmacht, die mal als weiser Ratgeber, mal als unheilvoller Warner auftrat.
Dieses zwiespältige Bild wandelte sich jedoch grundlegend, als neue Glaubenslehren die Welt eroberten. Die Kirche erklärte die Dämonen im Mittelalter zu den direkten Gehilfen des Teufels. Aus den alten Naturgeistern und Göttern anderer Völker wurden gefallene Engel und Feinde des Lichts. In der Bibel finden sie als »Schedim« (die Übernatürlichen) oder »Sche'irim« (die Zottigen) Erwähnung, und auch die finstere Lilith wird diesem Kreis zugeordnet.
Diese Entwicklung hat unser heutiges Bild fest verankert: Die Engel stehen für das Gute, die Dämonen für das absolut Böse. Der einstige Schutzgeist wurde endgültig zum Diener der Finsternis.
Im Dienst der Finsternis: Was ist die Mission eines Dämonen?
Es ist sehr schwer, einen richtigen Dämon auf den ersten Blick zu erkennen, denn sie können unzählige Gestalten annehmen oder sich einfach unsichtbar unter das Volk mischen.
Ein Dämon sorgt oft für den Schutz seines bösartigen Herrschers, der ihn mit den nötigen Fähigkeiten ausstattet. Da Dämonen aber kein Gewissen haben, kann es durchaus vorkommen, dass sie Dinge tun, die ihrem Meister nicht gefallen. Dann ist ihr letztes Stündlein meist gekommen, denn ein Herrscher der Finsternis verschwendet keine Zeit damit, einen unkontrollierbaren Diener wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Die wahre Hauptaufgabe eines Dämons besteht aber darin, Menschen zu verführen und zu täuschen. Sein Ziel ist es, seine Opfer vom rechten Weg abzubringen, damit sie von ganz alleine dem Bösen dienen wollen. Ein harter Kampf, der meist mit geistigen Waffen geführt wird.
Wie schützt man sich vor einem Dämon?
Ein Dämon hat keine Chance gegen ein reines Herz und menschliche Tugenden. Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Treue sind die stärksten Waffen gegen ihn. Wenn er seine Arbeit beginnt, versucht er es zunächst mit Beeinflussung und Täuschung. Nur der wahre Glaube an die eigene Stärke kann einen Menschen davor bewahren, dem dämonischen Einfluss zu verfallen.
Einen Kommentar schreiben