Das Antlitz von Cernunnos ist das Antlitz der Wildnis selbst – wandelbar, zeitlos und von einer stillen Macht erfüllt. Sein bemerkenswertestes Merkmal ist die Krone aus lebendem Holz, die ihm aus dem Haupt wächst: ein prächtiges Hirschgeweih, das ihn als unbestrittenen König des Waldes auszeichnet. Sein Körper ist der eines kraftvollen Mannes, doch die Grenzen zwischen Gott und Tier sind bei ihm fließend. Manchmal sind seine Ohren die eines lauschenden Hirsches, seine Füße die festen Hufe eines Tiers, das fest mit der Erde verwurzelt ist.
Seine Erscheinung spiegelt den ewigen Kreislauf der Natur wider. An einem Tag erscheint er als blühender, junger Mann, dessen Kraft an den Frühling erinnert. An einem anderen Tag begegnet man ihm als weisem, altem Mann mit langem Bart, dessen Augen die Ruhe eines tausendjährigen Winters in sich tragen.
Seine Kleidung ist einfach und zweckmäßig, oft nicht mehr als eine schlichte Tunika und ein Umhang aus grobem Stoff. Er braucht keinen Pomp, denn sein wahrer Schmuck ist der schwere, offene Halsring – der Torques –, der auf seiner Brust ruht. Dieses keltische Zeichen der Macht und Göttlichkeit ist kein angelegtes Juwel; es scheint vielmehr ein Teil von ihm zu sein, ein Symbol für den Reichtum und die Kraft, die tief in seinem Reich, der Erde, schlummern.
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