Er zerfetzt kein Fleisch, stiehlt aber stetig die Lebenskraft und treibt den Verstand in die Enge
Im flackernden Licht einer erlöschenden Kerze ist er kaum mehr als ein zuckender Fleck an der Wand. Der Alp gleitet als reiner Nebel durch die feinsten Haarrisse des Holzes. Erst wenn er sein Opfer gefunden hat, nimmt er Gestalt an. Oft verfestigt sich der Schatten zu einem kleinen, gedrungenen Wesen von der Größe eines Kindes. Sein Körper wirkt sehnig und dunkel, bedeckt von dichtem, struppigem Haar.
Seine Augen glimmen in der Schwärze wie trübe Moorlichter. Auf dem Kopf trägt er stets sein wichtigstes Gut: die weiße Tarnkappe, ein feines Gewebe, das nicht aus Leinen, sondern aus gesponnenem Mondlicht und Nebel zu bestehen scheint. Nimmt er Tiergestalt an, so zeigt er sich oft als gedrungener Hund, als weiße Katze oder gar als schwerer Falter, doch stets haftet der Form etwas Unnatürliches, Kantiges an.
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