Stein der Weisen
Kein gewöhnlicher Kieselstein
Obwohl er »Stein« heißt, stellten sich die meisten Alchemisten diesen Gegenstand nicht wie einen grauen Pflasterstein vor. In alten Beschreibungen ist er oft ein schweres, leuchtend rotes Pulver oder ein kristallartiger Edelstein, der rötlich glüht. Er war das absolute Endziel für jeden Alchemisten. Wer ihn herstellen konnte, hatte das »Große Werk« vollbracht und galt als Meister.
Warum wollte ihn jeder haben?
Dem Stein wurden zwei unglaubliche Fähigkeiten zugeschrieben, die alle Probleme der Menschen lösen sollten:
- Unermesslicher Reichtum: Eine winzige Menge des Steins sollte ausreichen, um wertloses Blei oder Quecksilber in pures, glänzendes Gold zu verwandeln.
- Ewiges Leben: Wenn man den Stein in Wein oder Wasser auflöste, entstand das »Elixier des Lebens«. Wer davon trank, wurde wieder gesund, hörte auf zu altern und konnte fast ewig leben.
Harry Potter und die echte Geschichte
Viele Kinder kennen den Stein aus dem ersten Harry-Potter-Band. Dort wird er von einem Zauberer namens Nicolas Flamel erschaffen. Das Spannende ist: Nicolas Flamel gab es wirklich! Er lebte vor etwa 600 Jahren in Paris. Nach seinem Tod tauchten Gerüchte auf, er sei gar nicht gestorben, sondern habe den Stein der Weisen entdeckt und lebe heimlich weiter. Sein Haus in Paris steht übrigens heute noch.
Ein Symbol für Perfektion
Für manche Alchemisten war der Stein aber gar kein echter Gegenstand zum Anfassen. Für sie war er ein Symbol für die Erleuchtung des Geistes. Sie meinten damit: Wer lange lernt und an sich arbeitet, verwandelt seinen »bleiernen« (dummen) Verstand in »goldene« Weisheit.