Sefirot
Woher kommt der Begriff?
Das Wort Sefirot (Einzahl: Sefira) stammt aus dem Hebräischen. Es gehört zur Kabbala, das ist eine uralte jüdische Geheimlehre. Sprachlich hat das Wort mit »zählen« zu tun (wie bei »Ziffer«), aber viele Gelehrte verbinden es auch mit dem Wort »Saphir«. Man kann sich die Sefirot also wie leuchtende Edelsteine oder strahlende Sphären vorstellen.
Wie ein Prisma und der Regenbogen
Das Konzept ist schwer zu greifen, aber man kann es sich mit einem einfachen Bild erklären: Stellt man sich die göttliche Ur-Energie als ein extrem helles, weißes Licht vor, dann sind die Sefirot wie ein Prisma.
Wenn das unendliche Licht durch dieses Prisma fällt, wird es in verschiedene »Farben« aufgeteilt. Diese »Farben« sind die zehn Sefirot. Sie sind Eigenschaften wie Weisheit, Stärke, Schönheit oder Mitleid. Erst durch diese Aufteilung konnte laut der Mystik überhaupt unsere Welt entstehen, weil das reine Ur-Licht sonst viel zu stark für uns gewesen wäre.
Der Lebensbaum
Die Sefirot stehen nicht einfach einzeln herum. Sie sind in einem ganz bestimmten Muster angeordnet, das durch Linien verbunden ist. Dieses Muster nennt man den Lebensbaum (Tree of Life).
- Ganz oben steht oft die »Krone« (Keter), die dem Göttlichen am nächsten ist.
- Ganz unten steht das »Königreich« (Malkuth), das unsere materielle Welt repräsentiert.
Dazwischen fließt die Energie hin und her, ähnlich wie Wasser durch verschiedene Rohre oder Strom durch Leitungen.
Warum ist das spannend für Fantasy-Fans?
Die Idee der Sefirot taucht in vielen modernen Geschichten auf. Ob in Animes (wie Neon Genesis Evangelion) oder in Videospielen (wie Final Fantasy VII): Immer wenn es um mystische Diagramme, Lebensbäume oder die Erschaffung der Welt geht, dienten die Sefirot oft als Vorbild. Es ist der Versuch, das Geheimnis zu erklären, wie aus einer unsichtbaren Magie eine greifbare Welt wird.