Schemhamphorasch
Woher kommt der Begriff?
Das Wort »Schem HaMephorasch« (wie es auf Hebräisch heißt) bedeutet so viel wie »der offenbarte Name« oder »der ausdrückliche Name«. Es ist ein Name, der die ganze Macht Gottes in sich tragen soll, aber nicht leichtfertig benutzt werden darf.
Was ist das Besondere daran?
Der Schemhamphorasch ist nicht ein einzelner Name, den man einfach ausspricht. Er ist eher eine extrem lange und komplizierte Formel, die aus 72 kleineren Namen besteht. Jeder dieser 72 Namen hat drei Buchstaben und wird in der Mystik oft als ein eigener Engel oder eine eigene Kraft Gottes angesehen.
Man kann es sich vorstellen wie einen ultimativen Zauberspruch, der aus 72 magischen Wörtern besteht. Zusammen bilden sie den verborgenen »Master-Namen« Gottes.
Wie wurde der Name "entdeckt"?
Dieser Name ist kein Wort, das einfach so in der Bibel steht. Er wurde von jüdischen Mystikern (den Kabbalisten) in einem versteckten Code entdeckt.
In der Bibel, im Buch Exodus (Zweites Buch Mose), gibt es eine Stelle (Kapitel 14, Verse 19-21), die die Teilung des Roten Meeres beschreibt. Dort stehen drei Sätze direkt hintereinander, die im hebräischen Originaltext alle exakt 72 Buchstaben haben.
Mystiker sahen dies als göttliches Rätsel. Sie glaubten, wenn man die Buchstaben dieser drei Sätze nach einem bestimmten Muster (vorwärts, rückwärts, vorwärts) neu zusammensetzt, erhält man die 72 geheimen Namen.
Wofür wurde der Name benutzt?
Weil der Schemhamphorasch als der »Bauplan der Schöpfung« galt, glaubte man, dass man damit Wunder wirken könnte. Wer die Formel kannte, konnte angeblich die Natur beherrschen.
Die berühmteste Geschichte, die mit dieser Macht verbunden ist, ist die Legende vom Golem. In den Sagen aus Prag wird erzählt, dass ein Rabbi den Golem (eine Lehmfigur) erschuf und ihn zum Leben erweckte, indem er ihm einen Zettel mit einem »Schem« (einem heiligen Namen Gottes, oft aus dem Schemhamphorasch) in den Mund legte oder auf die Stirn schrieb.