Grimoire
Das Kochbuch der Magie
Man kann sich ein Grimoire (sprich: Grim-war) wie ein sehr altes, kompliziertes Kochbuch vorstellen. Aber statt Rezepten für Pfannkuchen oder Suppe stehen dort »Rezepte« für magische Dinge drin. Es erklärt dem Leser Schritt für Schritt, was er tun muss:
- Welche Worte muss man sagen? (Die Zauberformel)
- Welche Zutaten kommen in den Kessel? (Kräuter, Edelsteine)
- Welche Bewegungen muss man mit dem Zauberstab machen?
Ohne ein solches Buch wäre ein Zauberer oft aufgeschmissen, weil sich niemand tausende von komplizierten Sprüchen einfach so merken kann.
Warum sehen sie oft gruselig aus?
In Filmen und Spielen sind Grimoires oft dicke, staubige Bücher, die in Leder gebunden sind und manchmal sogar mit einem Schloss gesichert werden. Das hat einen Grund: Das Wissen darin gilt als mächtig und gefährlich. Ein Anfänger könnte aus Versehen einen falschen Spruch lesen und Schaden anrichten. Manche Geschichten erzählen sogar von Grimoires, die ein Eigenleben haben, zuschnappen können oder ein Auge auf dem Buchdeckel besitzen.
Ein seltsamer Name
Das Wort »Grimoire« klingt geheimnisvoll, kommt aber eigentlich vom französischen Wort für »Grammatik«. Das liegt daran, dass im Mittelalter die meisten Menschen nicht lesen konnten. Bücher waren selten und meistens auf Latein geschrieben. Wer ein Buch mit lateinischer Grammatik lesen konnte, galt für die einfachen Leute oft schon als verdächtig oder fast schon als Zauberer. So wurde aus dem Wort für ein normales Schulbuch mit der Zeit der Begriff für ein Zauberbuch.